Dom St. Bartolomäus in Kolín

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Beinhaus

Beinhaus Erbauer des Kolíner Beinhauses, das in dichter Nachbarschaft des Kirchenchors steht, ist der Dekan Antonín Formandl. Das Bauwerk (laut dem Entwurf eines uns heute nicht bekannten Architekten) wurde im Jahre 1733 gebaut unter Ausnutzung des aus der frühgotischen Eckbastei stammenden Mauermaterials. Es hat die Form einer vierseitigen zentralen Kapelle mit vier halbrunden Apsiden, deren Grundriss, ausgehend von den Prinzipien des barocken Historismus, von der romanischen Architektur inspiriert ist. Der mittlere Raum der Kapelle ist mit einem Gewölbe mit vier Öffnungen abgeschlossen. Die ermöglichen einen Durchblick auf die obere Einschubdecke, auf welcher der Erzengel Gabriel gemalt ist, wie er Verstorbene zum letzten Gericht zusammenruft. Die Apsiden füllende Knochen stammen aus abgeschafften Gräbern des ehemaligen St. Bartholomäus-Kirchhofs. Unter deren Gewölben befinden sich Symbole des vergänglichen weltlichen Ruhmes – patriarchalisches und päpstliches Kreuz, Bischofskrücke, päpstliche Tiara, Schwert und Regentenzepter mit Apel. Den Altar des heiligen Kreuzes verzierendes Interieur hat auf seinen Seiten Skulpturen von Ignatius Rohrbach, welche die Jungfrau Maria und den heiligen Johannes Evangelist darstellen. Vier Obelisken in den Ecken der Kapelle wurden aus Knochen gebaut, die hierher im Jahre 1850 aus dem Friedhof bei der Kirche des heiligen Johannes des Täufers auf dem Kuttenberger Vorort übergeführt wurden, und zwar dank der Initiative des Dekans Jan Svoboda. Sein Onkel František Pštros ließ im folgenden Jahre einen Knochenmann mit Sense bauen, der rechts vom Eingang untergebracht wurde, neben welchem im Mörtelverputz Namen von Soldaten mit der Jahreszahl 1757eingeritzt sind, als Erinnerung an den Siebenjährigen Krieg. Die an der äußeren Stirnwand links vom Eingang angesetzte Marmorplatte führt Namen der während der Pestepidemie im Jahre 1680 Verstorbenen an – des Dekans Laurentius Mark Guigni und der Mitglieder des Kolíner Konvents der Kapuziner.

Vor dem Beinhaus stehen zu Seiten des Portals frühbarocke Skulpturen des heiligen Vojtěch (Adalbert) und des heiligen Prokops, die ursprünglich auf der Vorderseite der St.Veitskirche in Zálabí eingebaut wurden.

 

poděkování, grafika Petr ADÁMEK, web Tomáš ADÁMEK, 2007–2021

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