Dom St. Bartolomäus in Kolín

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Glockenturm

Glockenturm Der Glockenturm wurde im Jahre 1504 von Meister Bartoš gebaut, und zwar für zwei Glocken, die vorher mit ihrer Bewegung die Stabilität des nördlichen Kirchenturms störten. Ursprünglich beendete das Glockenhaus das mit einem Türmchen abgeschlossenes Dach. Im Jahre 1724 wurde darauf ein barocker Turmknopf aufgesetzt. Aufgrund der Initiative des Dekans Antonín Formandl wurde 1728 aus dem nördlichen Turm in den obersten Stock des Glockenturms eine mittelalterliche astronomische Uhr übertragen. Im Jahre 1796 wurde die astronomische Uhr leider bei einem Brand vernichtet, zusammen mit den Glocken sowie dem Turmgerüst. Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Glockenturm mit einem Laufgang verschanzt und mit einer niedrigen Kuppel versehen, die mit einer achtkantigen Laterne gipfelt (walzenförmiger Ansatz der Kuppel mit Fenstern für Beleuchtung, der in der Regel mit einer weiteren kleinen Kuppel gewölbt ist). Die heutige Gestalt ist das Ergebnis des vom Josef Mocker geführten Umbaus.

Infolge der Requisitionen beim ersten sowie zweiten Weltkrieg blieb keine von der Garnitur der sechs im Prager Werkstatt des Meisters Jan Václav Kühner abgegossenen Glocken erhalten.

Zur Zeit befinden sich im Glockenturm folgende Glocken: die Renaissance-Glocke „Hähnchen“ (1610), die angeblich aus dem Kolíner Hinrichtungsplatz stammt, „Bartolomäus“ und „Johann Paul“, die im Jahre 2000 in der Werkstatt von Rudolf Perner in Passau verfertigt wurden, wo fünf andere Glocken bestellt wurden. Drei von ihnen („Johannes der Täufer“, „Prokop“ und „Florian“) sind inzwischen in der Mühlkapelle angebracht. Die Aufzählung der Glocken vollenden „Wenzel“ (1562) und „Dachreiter“ (1730), die provisorisch aus der St.Veitskirche auf dem Koliner Zálabí übertragen wurden.

Der gewölbte Raum im erhöhten Parterre diente in der 2. Hälfte der 19. Jahrhunderts als die erste öffentliche Kolíner Bibliothek, die vom Dekan Jan Svoboda gegründet wurde. Der oberste Stock des Turms verbirgt ein Zimmer, das früher als die Wohnung des Stadtwächters diente.

 

poděkování, grafika Petr ADÁMEK, web Tomáš ADÁMEK, 2007–2021

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