Dom St. Bartolomäus in Kolín

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Kurz nach der Erhebung der Stadt Kolin zu einer königlichen Stadt (Colonia Nova) um 1253 wurde von König Premysl Otakar II. mit dem Aufbau der Stadtkirche begonnen.

Der erste Schritt war der Aufbau des frühgotischen Chors (bis heute nicht erhalten) mit der Krypte des heiligen Geistes und Aufrichten der Umfangswände des Dreischiffes.

Der Kaiser Karl IV. beruft den Hofarchitekten Peter Parler zur Renovierung des Domes. Der Dom wurde bei einem grossen Brand der Stadt im Jahre 1349 beschädigt.

Peter Parler beginnt die Arbeit im Jahre 1360 mit dem Aufbau des kathedralen Chors. Als Muster dient ihm die Kirche des Kreuzes in Schwabengmünd, die sein Vater Heinrich Parler gebaut hat.

Vor dem Jahr 1400 wurden die Chorkapellen beendigt, die Fenster des Dreischiffes und des Nordturms breiter gemacht. An die Südseitenwand wurde die Jungfrau Marie Kapelle (heute Kokovska genannt) angebaut.

Die reichen Bürger der Stadt Kolin haben den St. Bartholomäus-Dom mit kostspieligen Kunstwerken und weiterer Einrichtung ausgestattet.

Man sagt, im Zusammenhang mit den Religionsunruhen in der Hälfte d. 15.Jh.s kam es zur Verbrennung des Dekans von Ronov (und vier hiesiger Dominikaner), danach folgte der Zwangseintritt von Koliner Bürger zu den "Vier Prager Artikeln".

Nach der Reformation der Religion (durch Protestanten) wurde der Koliner Dom zu einer utraquistischen Tempel. Ende des 15.Jh.s wurden die Koliner Türme mit schlanken Pyramiden (mit Ecktürmchen) ausgestattet.

Im Jahre 1504 wurde ein neuer Glockenturm (hoch, viereckig) gebaut. Die Glocken aus dem beschädigten Nordturm wurden in diesen Glockenturm übertragen. Im Laufe des 16. Jahrhunderts haben hier viele utraquistischen Priester gewirkt.

Nach der Schlacht auf Weissem Berge und Eröffung der Gegenreformation wurde Georg Chiliades, der letzte Protestanten Dekan in Kolin, der Stadt Kolin verwiesen. Zur Zeit, wann vom Kloster in Sedlec ein Zisterzienser Martin Ignatz Vodny nach Kolin bestimmt wurde, konnte die Gegenreformation Erfolg feiern. Zur gleichen Zeit zeigt sich der unselige Einfluss des dreissigjährigen Kriges. Vor allem wurde im Jahre 1643 der Dom beschädigt von den schwedischen Soldaten, welche die Stadt Kolin plünderten.

Nach Beendigung des Krieges hat man mit der Rekonstruktion des Domes begonnen. Wegen Geldmangel dauerte sie einige Jahre. Im 18. Jh. wurde der Dom mit dem Barockmobiliar bereichert. Dekan Anton Formadel lässt hier in einer unmittelbaren Nachbarschaft der Kirche ein Beinhaus - auf eigene Kosten - erbauen.

Eine neue Welle von Ungunst und Katastrophen kam Ende des 18. Jahrhunderts Kaiser Josef II. führte verschiedene Reformen ein. Im Jahre 1785 wurde die Bartholomäuss Literatenbrüderschaft aufgelöst und u.a. im Jahre 1788 der Umkreis des Koliner Pfarrbezirkes radikal reduziert. Alles wurde mit einem Brand im Jahre 1796 vollkommen. Dabei sind die Stühle über dem ganzen Dom vernichtet und auch die innere Ausstattung stark beschädigt worden.

Erst in der Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde-dank der Initiative des Dekans Jan (Johann) Svoboda-mit der Rekonstruktion des Domes begonnen, der bisher nur provisorisch repariert wurde. Im Jahre 1847 sind neue Stühle in den Stirntürmen untergebracht worden.

Im Jahre 1869 kam es zu einem weiteren Brand. Nach drei Jahren nahm der Architekt Josef Mocker die Rekonstruktion des Domes an und erbaute den Glockturm und den Nordturm im Geschichtenstil (Historismus). J. Mocker wurde zum Architekten der Gesamtrekonstruktion des Domes bestimmt, die im Jahre 1878 von dem Verein zur Bauvollendung des Dekandomes eingeleitet wurde. Der Verein wurde im Jahre 1878 zu diesem Zwecke gegründet.

Josef Mocker

Die Änderungen betreffen vor allem das hochgotische Chor von Peter Parler, an dem die meisten architektonischen Details ausgewechselt oder sogar ergänzt wurden. Damals wurde die heutige romantische Verdachung des Bautes entstanden.

Bei dem Angriff der amerikanischen Bombenflugzeuge im März 1945 wurde der Dom leicht beschädigt. Gleich nach Beendigung des Krieges wurden die akuten Reparaturen durchgeführt; mit der Generalrekonstruktion wurde im Jahre 1963 begonnen. Die Restaurationsarbeiten werden bis heute fortgesetzt.

Im Jahre 1995 wurde dem Areal des St. Bartholomäus Domes ein Status des Nationalkulturdenkmals verliehen.

poděkování, grafika Petr ADÁMEK, web Tomáš ADÁMEK, 2007–2019

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